Sonderausstellung: "Gerhard Vontra. Bin ich"

PLAYMOBIL-Winterzauber

Zum 100. Geburtstag des Malers und Zeichners

5. Juli bis 25. Oktober 2020 im Residenzschloss Altenburg

Ursprünglich wollte Gerhard Vontra Schiffsingenieur werden, bevor er seine Leidenschaft fürs Malen und Zeichnen entdeckte. An seiner Begeisterung für die Seefahrt hielt er fest und so bereiste er ab den Siebzigerjahren mit Frachtschiffen die ganze Welt. Der gebürtige Altenburger studierte an den Kunstakademien Leipzig und München. Er arbeitete als Pressezeichner für über 25 Zeitungen und Zeitschriften, illustrierte Bücher von Effi Briest bis Tom Sawyer und zeichnete Persönlichkeiten von Bertolt Brecht bis Louis Armstrong. Bekannt wurde der Künstler durch seine Milieustudien, in denen er die Eigenheiten des Menschen in allen Facetten des Alltags festhielt.

„Ich suche das Ursprüngliche. Mich verführt alles zum Zeichnen, und ich fülle ohne Auftrag meine Mappen und Kästen mit Zeichnungen. Ich wüsste kein Rezept, wie man Begeisterung am Dasein erzeugen kann, aber ich selbst freue mich auf jeden Tag. Ohne Zeichenmappe gehe ich nicht auf die Straße.“

Gerhard Vontra zeichnete 365 Tage im Jahr. Mit Stift und Papier, Pinsel und Farbpalette traf man ihn in der Fußgängerzone und am Strand, in Fabriken und im Gerichtssaal, im Museum und im Zoo und regelmäßig im DEFA-Filmstudio und bei der Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche. „Ein Straßenzeichner überall“, wie er zu sagen pflegte. Ob humoristisch oder tragisch, seine Augenblickseindrücke sind ausdrucksvoll. Sie zeigen das wirkliche Leben.

Anlässlich seines 100. Geburtstages widmet sich das Residenzschloss Altenburg erstmals seinem Leben und Werk. Neben einer vielfältigen Werkauswahl aus seinem Nachlass lassen Mitmachstationen, Videointerviews mit Zeitzeugen und Teile seiner Atelierausstattung das Porträt des außergewöhnlichen Mannes lebendig werden.

-->Hier finden Sie unser Begleitprogramm<--

"(Landes-)Geschichte(n) in 11 Objekten. Die Rüst- und Antiquitätenkammer des Residenzschloss Altenburg"

ab 28. September 2019 im Residenzschloss Altenburg

Unverrückbar wie das Residenzschloss Altenburg wirkt auch dessen Interieur. Die Möbel, Porträts und Waffen vermitteln auf die Besucher womöglich den Eindruck, sie hätten hier seit jeher gestanden.

Dem ist natürlich nicht so. Die meisten Objekte haben lange Reisen hinter sich. Durch Umzüge, Erbschaften und Schenkungen fanden sie ihren Weg ins Schloss – und andere auch wieder hinaus. Der historische Bestand der Rüst- und Antiquitätenkammer unterlag einem solchen Wandel in besonderem Maße. Das Sammlungsspektrum reicht dabei über  Kriegsgeräte, Zierobjekte bis hin zu authentischen materiellen Zeugnissen des legendären Altenburger Prinzenraubs. Was heute womöglich nicht zusammengehörig scheint, war dieses historisch jedoch: Die Altenburger Rüst- und Antiquitätenkammer steht in Tradition der Wunderkammern, in welcher besonders anschauenswerte Objekte an den Höfen gesammelt wurden.

Die hier präsentierten elf Objekte geben einen Einblick in den Bestand der ehemaligen Rüst- und Antiquitätenkammer. In einer Kooperation zwischen dem Residenzschloss Altenburg und der Friedrich-Schiller-Universität Jena sind sie durch Studierende erforscht worden. Die Ausstellungstexte zeugen auch von der individuellen Betrachtungs- und Erzählweise der Studierenden für die von ihnen ausgewählten Objekte